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Häufig gestellte Fragen zum Thema "Flüchtlinge in Bierenbachtal"

Freitag, 23.10.2015

In Bierenbachtal wird derzeit eine Erstaufnahmeeinrichtung bereitgestellt. In dieser sollen ab 30.10. bis zu 300 Flüchtlinge untergebracht werden. In diesem Zusammenhang bestehen eine Menge Unklarheiten und Fragen. Ich versuche hier, die häufigsten Fragen zusammen zu fassen und zu beantworten. Diese Liste wird ständig ausgebaut.

Sollten Sie Fragen haben, die hier nicht beantwortet wurden, so richten Sie diese bitte an die E-Mail Anschrift: thomas.hellbusch(at)cdu-nuembrecht.de

Seitens der Gemeinde Nümbrecht ist ein Bürgertelefon eingerichtet worden. Dort können Fragen und Anregungen mitgeteilt werden. Sie erreichen das Bürgertelefon unter der Telefonnummer: 02293 – 302 123

 

Was ist eine Erstaufnahmeeinrichtung?

Hierbei handelt es sich um eine Notunterkunft für Flüchtlinge, die zum ersten Mal das Bundesgebiet betreten. Diese kommen auf den verschiedensten Wegen zu uns und benötigen selbstverständlich ein Dach über den Kopf und geregelte Mahlzeiten.

Diese Menschen werden, sobald sie zum ersten Mal Kontakt zu deutschen Behörden haben, in eine zentrale Aufnahmestelle verbracht. Dort bekommen sie erstmal etwas zu essen und bei Bedarf eine erste medizinische Behandlung. Wohnen können sie dort jedoch nicht, sie werden dann umgehend mit Busse in freie Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht.

Hier werden sie zum ersten Mal amtlich registriert, ordentlich medizinisch untersucht und bekommen eine Wohn- und Schlafmöglichkeit.

Deutlich gesagt: hier kommen obdachlose Flüchtlinge an, die zum ersten Mal in Deutschland ein Dach über den Kopf erhalten!

 

Was passiert in den Erstaufnahmeeinrichtungen?

Die Menschen werden mit Bussen zu den Einrichtungen gebracht. Erst mit der Öffnung der Bustür erfahren die Helfer vor Ort, welche Menschen ankommen.

In den Einrichtungen angekommen, werden die Personalien der Flüchtlinge erfasst. Es erfolgt ein kurzer medizinischer Checkup und danach wird den Flüchtlingen eine Mahlzeit gegeben. Innerhalb weiterer 72 Stunden erfolgt eine genauere medizinische Untersuchung (inkl. Röntgenuntersuchung auf TBC). Innerhalb der dann folgenden 2-4 Wochen erscheint ein Team in der Aufnahmeeinrichtung, welche die Asylanträge entgegennimmt und die dafür erforderlichen Formalien durchführt. Anschließend werden die Flüchtlinge für die Dauer des Asylverfahrens in kommunale Einrichtung irgendwo in NRW verlegt. Wohin sie kommen, wird Tagesaktuell entschieden – dort wo in NRW Plätze frei sind geht es hin. Einige werden sicherlich in Oberberg bleiben – die meisten werden jedoch irgendwo anders hin gebracht.

Die Anwesenheitsdauer in der Erstaufnahmeeinrichtung beträgt ca. 2-4 Wochen.

 

Wie lange soll die Erstaufnahmeeinrichtung betrieben werden?

Die Verweildauer der Menschen dort beträgt ca. 2-4 Wochen. Nach der Verlegung in kommunale Einrichtungen in NRW werden die hier freigewordenen Plätze mit neuen Flüchtlingen belegt.
Das Objekt in Bierenbachtal wurde vom Kreis für 1 Jahr angemietet. Die geplante Nutzung beträgt 6 Monate. Innerhalb dieser Zeit möchte das Land NRW große Erstaufnahmeeinrichtungen in Betrieb nehmen, sodass die Nutzung der kleineren Anlagen (wie Bierenbachtal) nicht mehr erforderlich ist.

Aber: Es wäre Kaffeesatzleserei, wenn man eine Prognose stellt. Die ganze Flüchtlingsproblematik ist überraschend über uns eingebrochen. Niemand kann wirklich zuverlässig sagen, was in 6 Monaten los ist, auch wenn die Abschiebung durch verschärfte Asylgesetzte jetzt deutlich schneller vonstattengehen soll. Und welchen Erfolg die derzeit diskutierten Maßnahmen an den EU – Außengrenzen und in den Heimatländern der Flüchtenden Menschen Erfolg haben werden, lässt sich auch erst in einigen Wochen bzw. Monate sagen.

 

Welche Menschen kommen hier an?

Die Erfahrung zeigt, dass Familien mit zum Teil sehr kleinen Kindern, Alleinreisende Jugendliche und zu einem großen Teil Alleinreisende junge Männer ankommen. Die Herkunftsländer sind bunt gemischt.

Noch mal zur Verdeutlichung: Die Menschen, die hier demnächst in Bierenbachtal ankommen waren bis vor wenigen Stunden noch ohne Obdach auf der Flucht!

 

Warum sind so viele Alleinreisende junge Männer darunter?

Weil das die besten Arbeiter sind und die Strapazen der Flucht am Ehesten ertragen können. Diese werden z.T. von ihren Familien geschickt, um in der Fremde zu arbeiten. Sie sollen hier das Geld erarbeiten, um ihrer Familien zu Hause zu helfen. Zum Teil sollen sie hier eine Existenz aufbauen, um dann die Familie nachzuholen.

Eine Zuwanderung in die EU ist nicht so ohne weiteres möglich. Man kann nicht mal eben ein Ticket kaufen und nach Frankfurt fliegen, eine legale Einreise ist für viele nicht möglich. Also müssen sich diese Menschen zu Fuß auf den Weg machen, sich teuren Schleppern anvertrauen und sich auf eine lebensgefährliche Reise machen, um hierher zu kommen.

Wenn SIE flüchten müssten, würden sie ihre kleinen Kinder mit in die Boote nehmen, die mit Flüchtlingen über die Adria schippern? Oder würden Sie ihren Kindern zumuten, 5000km zu Fuß zu laufen?

 

Woher kommen die Flüchtlinge?

Aus aller Herren Länder. Es sind Kriegsflüchtlinge aus den Krisengebieten (Syrien, Afghanistan etc.), sowie Wirtschaftsflüchtlinge aus allen armen Ländern der Welt.

 

Wer darf eigentlich hier bleiben?

Laut Grundgesetz haben Menschen, die politisch verfolgt werden, ein Recht auf Asyl. Also die klassischen Kriegsflüchtlinge. Das ist ein Menschenrecht!

 

Warum kommen die anderen?

Weil sie arm sind und keine Perspektive haben. Die Armut in den Herkunftsländern ist nicht zu vergleichen mit der Armut, die hier zum Teil besteht. Dort verhungern Menschen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu einer medizinischen Versorgung und zu Bildung. Dort sind Menschen zum Teil vollkommen chancenlos. Und es wird denen gesagt, dass es in Europa alles das für jedermann gibt. Welcher Familienvater würde sich nicht überlegen in die Fremde zu gehen, um für seine Familie zu sorgen, wenn er zu Hause evtl. angucken muss, wie diese verhungert?

 

Um die Erstaufnahmeeinrichtung wird ein Zaun gezogen – sind die Flüchtlinge eingesperrt?

Nein. Diese Menschen sind keine Sträflinge. Sie sind vor Krieg, Tod und Hunger geflüchtet und dürfen sich hier frei bewegen. Der Zaun dient ihrem eigenen Schutz. Es wird eine Zugangskontrolle eingerichtet. Flüchtlinge in diesen Einrichtungen müssen sich beim Verlassen Abmelden und beim Betreten wieder anmelden.
Die Flüchtlinge sollen einen Bereich bekommen, in dem sie in Frieden zur Ruhe kommen können. Das ist im Prinzip vergleichbar mit der Hecke, oder dem Gartenzaun, den viele Menschen um ihre Grundstücke angelegt haben.

 

Warum haben alle Flüchtlinge Handys?

Weil es deren einzige Verbindung in die alte Heimat ist. Sie haben sonst keinerlei Möglichkeit mit Verwandten oder Freunde in Kontakt zu bleiben. Und es ist die billigste Möglichkeit – jeder Anruf ins Ausland kostet viel Geld – aber via z.B. Whatsapp gesendete Nachrichten sind nahezu kostenfrei. Darüber hinaus brauchen Flüchtlinge für die Flucht auch Karten o.ä.. Das können dann zB die Google Karten sein.

Und nicht zu vergessen – die Flüchtlinge, die uns aus den Kriegs- und Krisengebieten erreichen kommen ja aus ursprünglich normalen Lebensumständen. Würden Sie ihr Smartphone zu Hause lassen, wenn hier ein Krieg ausbrechen würde und sie sich zur Flucht entscheiden?

 

Warum hört man immer wieder von großen Geldbeträge, die Flüchtlinge mit sich führen?

Es gibt immer wieder Berichte, dass einzelne Flüchtlinge große Mengen an Bargeld oder Schmuck mitführen. Aber auch hier gilt: viele dieser Menschen haben ihre Heimat aufgrund akuter Todesangst verlassen. Sie haben alle Ersparnisse und ihr gesamtes Vermögen mitgenommen. Flucht ist teuer und niemand würde sein Geld zu Hause lassen, wenn er es für immer verlassen muss.

 

 

Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, dass sie die Flüchtlinge als das sehen, was sie in erster Linie sind. Es sind Menschen. Die meisten Menschen, die auf der Flucht sind, haben ein geordnetes Leben zurückgelassen. Flucht ist keine Laune – viele Kriegsflüchtlinge würden gerne wieder in die Heimat zurückkehren. Nur das sie dort um ihr Leben fürchten müssen.

Sie gehen in die Fremde und riskieren auf der Flucht ihr Leben.

 

 

zuletzt geändert: 23.10.2015

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